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AUD Zahnriemenwechsel

knappknackslive
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knappknackslive's

Braucht man beim 1.4er AUD Motor ein Arretierwerkzeug für die Nockenwelle ?
Und wenn ja, ist es nur ein stift wie bei den Doppelnockern, oder eine "Kralle" mit Dorn?
Eignetlich müsste es ja mit den OT Markierungen auch ohne gehen, und auf OT Stellung, bewegt sich ja nichts.

Grüße



Hallo,

der AUD hat nur eine Nockenwelle, da ist eine Arretierung nicht erforderlich. Die Arbeitsschritte sind wie beim AUC, AER, ALD, ANV und AEX. Nur alle Markierungen sollten überein stimmen.

Wenn Du OT 1. Zylinder einwandfrei eingestellt hast und bevor Du die Spannrolle löst, mit einem Lackstift ( weiss ) weitere Markierungen anbringen. Hilft ungemein, dann fallen Abweichungen sofort ins Auge.

Jürgen M.


knappknackslive
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knappknackslive's

Dann ist ja alles normal. Danke dir



Hier ein Arbeitsablauf - Zahnriemen wechseln - Das war der Lupo unserer Enkelin als sie ihr Studium begann. Ich hab´s einfach mal rüber gezogen. Im Mai 2017 habe ich den Zahnriemen des Lupos meiner Frau gewechselt. Auch ein AUC Modelljahr 2005. Passte alles.


Zahnriemen wechseln Lupo, MKB AUC, BJ 2003

Den 1. Zylinder entsprechend der Vorgabe auf OT einstellen und darauf achten das alle anderen Markierungen fluchten. Mit einem weißen Lackstift zusätzliche Markierungen sichtbar anbringen. Erleichtert nachher die Überprüfung der Stellung der Nockenwelle und der Kurbelwelle. Nun weder Kurbelwelle noch Nockenwelle bewegen. Und dann geht’s los:


Ausbau

- 2 Plastikdeckel auf Luftfilterkasten entfernen und die darunter liegenden Schrauben lösen

- Luftfilterkasten hinten rechts und links jeweils mit einem Ruck aus den Halterungen ziehen

- 3 Schläuche vom Luftfilterkasten entfernen und Luftfilterkasten
beiseite legen

- Obere ZR-Abdeckung entfernen (Halteklammern öffnen)


- (unten rechts) Verkleidung zwischen Radhausschale und unterer Frontlippe nach vorne wegklappen (dazu die 2 Torx - Schrauben am vorderen unteren Ende der Radhausschale entfernen)

- Schutzabdeckung für Keilrippenriemen entfernen


- Laufrichtung vom Keilrippenriemen kennzeichnen


- Spannrolle vom Keilrippenriemen entspannen (dazu Schraube der Spannrolle mit Ringschlüssel im Uhrzeigersinn drehen) und Keilrippenriemen entfernen

- Motor rechts mittels Wagenheber o.ä. abstützen


- Beide Brücken zwischen Motor und der rechten Motorlagerung entfernen. Dafür 2 kleine und 4 große Schrauben lösen (es ist empfehlenswert, den Motor dafür leicht anzuheben)


- Motor rechts etwas absenken


- Riemenscheibe des Keilrippenriemens vom Kurbelwellenrad entfernen. Dazu 4 Inbus - Schrauben entfernen, Kurbelwelle mittels Ringschlüssel gegenhalten


- Untere ZR-Abdeckung entfernen (3 Schrauben und 3 Klammern)


- ZR an der Kurbelwellenschraube auf Zünd - OT einstellen (Nockenwelle: Punktmarkierung auf Nockenwellenrad zur Markierung/Plastiknase der hinteren oberen ZR-Abdeckung, ca. 5 Uhr; Kurbelwelle: abgeschrägter Zahn des Kurbelwellenrads auf Markierung am Kurbelwellenflansch, ca. 12 Uhr ( linke Markierung „2V“, wenn 2 Markierungen vorhanden sind). Verlauf des Zahnriemens für korrekten Einbau merken.


- OT-Stellung von Nockenwellen- sowie Kurbelwellenrad farblich markieren, wie vor beschrieben, und ab jetzt nicht mehr verändern (Achtung: Gefahr von Motorschäden; am besten OT-Stellung vorab noch zusätzlich durchs Zündkerzenloch vom 1. Zylinder und / oder am Getriebe kontrollieren, um Fehler bei der OT-Stellung ausschließen zu können!)


- Spannrolle: Einbaupositionierung merken, Schraube anlösen, Spannrolle mit Inbusschlüssel entgegen dem Uhrzeigersinn entspannen. Schraube und Spannrolle entfernen


- ZR vorsichtig entfernen (vorher Laufrichtung markieren, wenn der alte ZR wiederverwendet werden soll) ohne die Stellung der Wellenräder zu verändern


- Soll auch die Wasserpumpe erneuert werden, sollte vor den Zahnriemenarbeiten das Kühlmittel abgelassen werden


- Abdeckung an der Wasserpumpe entfernen (2 Schrauben). Nun kann die Wasserpumpe entfernt werden (auslaufendes Kühlmittel auffangen)


- Abrieb des Zahnriemens / Schmutz vorsichtig aus der Zahnriemenabdeckung entfernen


Einbau


- Wasserpumpe mit neuer Dichtung einsetzen, Wa-Pu-Abdeckung aufsetzen und mit 2 Schrauben (30 Nm) fixieren


- Spannrolle mit neuer Schraube handfest einbauen (richtige Position beachten) und mittels Inbusschlüssel entspannen (gegen den Uhrzeigersinn)


- Zahnriemen vorsichtig auflegen, dabei OT-Stellung der Wellenräder beachten! Es empfiehlt sich, am Kurbelwellenrad zu beginnen, dann ZR über die Spannrolle und die Wasserpumpe legen und abschließend ZR auf das Nockenwellenrad aufschieben


- Spannrolle mittels Inbusschlüssel spannen (Uhrzeigersinn). Der bewegliche Zeiger der Spannrolle muss auf die freie schmale Kerbe der Grundplatte zeigen. Spannrolle mit 20 Nm anschrauben


- OT-Stellungen der Wellenräder kontrollieren. Sollten nicht alle Markierungen an der richtigen Position sein, ZR nochmals abnehmen und korrigieren (Achtung, Gefahr von Motorschaden!)


- Spannrolle und OT-Stellungen überprüfen: Dazu ZR zwischen Nocken- und Kurbelwelle mit einem Finger etwas eindrücken. Dabei beobachten, ob sich der Zeiger der Spannrolle bewegt. Dann den ZR entlasten und Kurbelwelle 2x im Uhrzeigersinn durchdrehen, bis die Markierungen der Wellenräder wieder auf OT
stehen. Sind danach nicht alle Markierungen sowie der Zeiger der Spannrolle in der richtigen Position, muss entsprechend korrigiert werden

- Passt alles, untere ZR-Abdeckung einbauen. Beide äußeren Schrauben mit Loctite versehen und festschrauben (12 Nm). Mittelschraube mit 10 Nm fixieren.


- Riemenscheibe des Keilrippenriemens auf Kurbelwellenrad anschrauben (20 Nm), dabei auf richtige Stellung der Riemenscheibe achten


- Keilrippenriemen einbauen, auf korrekten Verlauf und Laufrichtung achten


- Obere ZR-Abdeckung einbauen


- Brücken zwischen Motor und Motorlagerung einbauen. Dafür den Motor rechts vorsichtig anheben. Die beiden Zapfen des rechten Gummilagers müssen in den Bohrungen der unteren Brücke/Motorhalterung einrasten. Neue Schrauben verwenden. Zur spannungsfreien Montage muss der Motor beim einschrauben der
Schrauben leicht geschüttelt werden. Die Vollgewindeschraube (in
Gummilagerung) mit 50 Nm fixieren, die 3 anderen großen Schrauben mit 25 Nm + 1/8 Drehung anschrauben. Die beiden kleinen Schrauben der kleinen Brücke mit 25 Nm fixieren.

- Luftfilterkasten einbauen, Schläuche aufstecken


- Schutzabdeckung für Keilrippenriemen einbauen


- Verkleidung zwischen Radhausschale und unterer Frontlippe einbauen

- Probelauf des Motors, Probefahrt, Werkzeug säubern wegräumen

Material:

Zahnriemen
Keilrippenriemen
Spannrolle mit neuer Schraube
Wasserpumpe mit Dichtring u. Schrauben
Schrauben Brücke / Motorhalterung


Hans Audi 200 August 2013


Kann man sicher noch ergänzen.

Jürgen M ( Hans Audi 200 )



knappknackslive
  • Themenstarter
knappknackslive's

So
Es ist passiert, was passieren musste.
Als ich den Motorhalter rausgenommen habe ist mir die Plastiknase des OT's der Nockenwelle abgebrochen. Leider hat sie sich wohl um einen Zahn verdreht und der Motor läuft nun absolut kacke. Ich weiß natürlich nicht, wo sich noch eine Markierung verbirgt.
Gibt es noch welche außerhalb, oder muss der Ventildeckel ab ? WO liegen die Markierungen im Nockenwellengehäuse ?


Weitere Markierungen gibt es m.W. nicht. Die abgebrochene Plastiknase hinterlässt aber doch bestimmt Bruchspuren an der Abdeckung, außerdem sitzt (bzw. saß ) sie doch unmittelbar neben einem M6 Schraubenkopf (SW10). Die beiden links neben dem Körnerpunkt liegenden Zähne zeigen direkt auf den Schraubenkopf. Das müsste als Genauigkeit ausreichen.

Im übrigen verstehe ich gar nicht, wie dir das überhaupt passieren konnte. Hintere Abdeckung und Nockenwellenrad sind doch gegeneinander unververschieblich am Zylinderkopf befestigt.
Und obendrein hast Du auch den folgenden Rat von Jürgen M nicht befolgt:
- OT-Stellung von Nockenwellen- sowie Kurbelwellenrad farblich markieren


knappknackslive
  • Themenstarter
knappknackslive's

Ich habe es ja Markiert, aber dummerweise gegen dieses Plastikteil...
Ist auch ein anderes Problem..


Hallo,

das ist nicht gut. Für mich stellt sich ebenfalls die Frage, wie konnte das passieren. Wenn Du mit noch aufgelegtem alten Zahnriemen die OT-Stellung 1. Zylinder in Verbindung mit der KW-Markierung vor genommen hast und während der ganzen Montagearbeiten weder Nocken-noch Kurbelwelle angefasst und verdreht hast, müsste es funktionieren.

Die Hilfsmarkierungen mit dem Lackstift wären nun eine große Hilfe.

Hast Du beim Spannen des Zahnriemens gemerkt, dass sich geringfügig die Nockenwelle mit gedreht hat ? Ist der Zahnriemen überhaupt richtig gespannt ?

Bei einem Versatz von einem Zahn können die Auswirkung nicht allzu groß sein. Könnten es nicht 2 bzw. 3 Zähne sein. Das würde man schon recht deutlich am Motorlauf hören. Eine Kompressionsprüfung könnte auch schon hilfreich sein. Wenn sich diese mit geringen Werten auf allen Zylindern zeigt, dann ist die Stellung der Nockenwelle zur Kurbelwelle nicht korrekt.

Bei abgebauter Nockenwellen-Abdeckung könnte an der Stellung der Nocken erkennen ob annähernd die OT-Stellung erreicht ist.

Mach´ mal folgendes: Du stellst OT 1. Zylinder wie üblich ein. Kurbelwellenmarkierungen müssen gleichzeitig überein stimmen.
Drehst die Zündkerze des ersten Zylinders raus und steckst ins Zündkerzenloch einen dünnen Holzstab. Aber der Zahnriemen bleibt drauf.

Dann bewegst Du mit einem Ringschlüssel ganz langsam die Kurbelwelle. Eine zweite Person beobachtet den Holzstab und wenn er am weitesten raus ist, dann Stop. Das machst Du einige Male bis Du eindeutig den höchsten Punkt des Kolbens erkannt hast.
Dann schaust Du Dir die Markierungen der Kurbelwelle an. Sind sie deckungsgleich, dann stimmen die Einstellungen. Dann läge ein anderer Fehler vor. Unterdruckschläuche und Kurbelgehäuse-Entlüftung sind alle aufgesteckt ?
Aber Du hast ja bei der höchsten Stellung des Kolben die Nockenwelle gegen irgendeinen Punkt deutlich mit dem Lackstift markiert. Der liegt sicher im Bereich des abgebrochenen Plastikteiles.

Sollten die Markierungen nicht überein stimmen, dann markierst Du Dir einen Zahn des Zahnriemens ( kleiner Farbpunkt ) und gleichzeitig einen Punkt gut sichtbar gegenüber. Wenn das geschehen ist bringst Du die Markierung deckungsgleich und schaust dann zum markierten Farbpunkt bzw. Markierst dann den Zahn der nun der vorherigen Markierung als Festpunkt gegenüber stand. Dann siehst Du ob es ein, zwei oder vielleicht 3 Zähne sind ....

Vorstehendes mal ins unreine geschrieben. Hoffe Du hast den Weg verstanden. Man könnte auch über den Hallgeber gehen, das ist aber zu kompliziert. Und den Zahnriemen nimmst Du erst ab, wenn Du ganz sicher bist ob ein Versatz um 1,2 oder 3 Zähnen vorliegt.

Vielleicht sieht Moandi noch einen anderen Weg, welcher für Dich machbar wäre.

Hast Du das abgebrochene Teil noch ? Wenn ja, mach die Bruchstellen fettfrei und klebe es z.B. mit Uhu-Plus wieder an. Zur Einstellung würde das genügen.

Zur Erinnerung:

Nockenwellenrad auf die Markierung dicht neben der Schraube stellen ..... der Punkt wäre sicher auch mit einiger Sicherheit so zu finden.
Die Kurbelwelle auf OT 1. Zylinder stellen. Der angeschliffene bzw. versetzte Zahn am Zahnriemenrad der Kurbelwelle muss mit der Markierung am Dichtflansch übereinstimmen.
Wenn der Zahnriemen dann aufgelegt und gespannt ist, die Kurbelwellen zweimal in Drehrichtung des Motors drehen bis der OT 1. Zylinder erreicht ist. Dann die Zahnriemen-Einstellung und vor allen Dingen die Stellung der Spannrolle überprüfen.

Hast Du den Spannriemen folgendermaßen so gespannt:

Befestigungsschraube der Spannrolle handfest anziehen. Dabei muss die Aussparung der Grundplatte über die Befestigungsschraube greifen.

Dann den Zahnriemen durch Verdrehen der Spannrolle spannen bis der Zeiger über der Kerbe in der Grundplatte steht.

Dann die Kontrolle durch zweimaliges drehen der KW usw

Gutes Gelingen

Jürgen M.


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