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Verbindung zwischen Zündschloss und Zündanlassschalter

Svensson1989
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Svensson1989's

Hallo zusammen,

nachdem mir dieses Forum schon bei vielen Sachen helfen konnte habe ich jetzt ein Problem für das ich direkt eure Hilfe brauche.

Als ich vor einigen Wochen meinen Lupo 3L starten wollte, konnte ich meinen Schlüssen auf einmal nicht mehr in die Start-Stellung drehen. Zündung ging an aber der Starter begann sich nicht zu drehen. Da ich gerade auch irgendwo zwischen Deutschland und der Schweiz an der Grenze stand blieb mir nichts anderes übrig als im Leerlauf einen Hügel runterzurollen und dann einzukuppeln um den Motor zu starten. Zuhause habe ich dann als "Hotfix" erstmal einen Taster am Kabel des Zündanlassschalter eingebaut um fahren zu können bis ich die Zeit und das Werkzeug für die Reparatur des vermeintlich kaputten Zündanlassschalters habe.

Heute bin ich die die Reparatur angegangen - also alles raus bis zum Zündanlassschalter. Als ich diesen abzog kam mir ein kleiner Metallstift entgegengefallen und ich erkannte das eigentliche Problem. Dieser Metallstift der das Zündschloss und den Schalter verbindet ist gebrochen (siehe Bild).

Jetzt weiß ich erstmal nicht weiter und wollte euch nach eurem Rat und meinen Möglichkeiten fragen. Ist es möglich nur diesen Stift zu tauschen? Wenn ja was ist dafür nötig? Oder muss ich doch das gesamte Zündschloss tauschen (bestimmt teuer)?

Ich hoffe ihr könnt mir helfen



IMG_8225.JPG
IMG_8225.JPG

Der abgebrochene Mitnehmerzapfen ist Bestandteil des Lenkschlosses und nicht einzeln als Ersatzteil erhältlich.
Es gibt das Lenkschloss auch ohne Schließzylinder, so dass man den samt Schlüssel behalten kann.
(ET-Nr. 357905851F - SCHLOSS Preis: 43,85 € incl. 19% Mwst.)
Dazu muss man an der richtigen Stelle (s. verlinktes Bild) ein ca. 3 mm tiefes Loch bohren um den alten Zylinder zu entriegeln. [Dieser Link ist nur für Mitglieder sichtbar]


Svensson1989
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Svensson1989's

Hallo Moandi,

vielen Dank für deine schnelle Antwort

Hab heute mal nachgeguckt und gesehen, dass ich das Lenkerschloss "357905851G" brauche. Das ist schon etwas teurer in neu. Bei uns in der Schweiz ca. 150 CHF beim Händler - das ist mir ein bisschen zu viel, da ich noch nichtmal sicher bin ob ich das Auto hier zugelassen bekomme (bin damit aus Deutschland hergezogen). Hab jetzt allerdings einen Händler gefunden, wo ich das ganze Ding für 39 Euro gebraucht bekomme. Hab jetzt erstmal alles wieder zusammengeschraubt und das abgebrochene Stück wieder mit in den Zündanlassschalter reingesteckt und kann so dann am Montag erstmal zum Händler fahren - gut, dass ich den Taster noch nicht abgerissen habe

Kann ich den Schließzylinder dann auch in das neuen/gebrauchten Lenkerschloss einsetzen wenn dort der Zylinder auch ausgebohrt wurde? Oder sollte ich besser eins kaufen inkl. Schließzylinder?



Mit der ET-Nr. hast Du natürlich Recht. Die Fahrzeuge mit der 4-Gang Automatik, der 3L und der FSI brauchen wegen des vom Wählhebel kommenden Sperrzuges eine andere Ausführung. (Das kommt wenn man alte Texte übernimmt.) Neupreis in D ist 102,70 €
Den Schließzylinder kann man auch in das neue/gebrauchte Lenkschloss einsetzen.
Das Loch wird ja nur in das Gehäuse des kaputten Schlosses gebohrt und nicht der Zylinder ausgebohrt. Wenn man sich an die 3 mm Lochtiefe hält (was der Wandungstiefe entspricht), wird der Zylinder auch nicht beschädigt.
Durch das Loch wird dann mit einem Draht o.ä. nur die Sperrklinke vom Zylinder zurück gedrückt, damit man ihn raus ziehen kann.


Svensson1989
  • Themenstarter
Svensson1989's

Hehe kein Problem
Wenn ich es richtig erkenne ist das dieser Mitnehmerzapfen mit der Einheit verbunden, die ich durch die Bohrung des 3mm Loches herausnehme (siehe Bild im Anhang - berichtige mich wenn das falsch ist). So gesehen bräuchte ich ja auch nur dieses Teil neu und müsste gar nicht diesen kompletten Metallträger neu kaufen oder?


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m31pDakDFxxU_m3tIAid

Ich war zwar der Meinung, dass der Mitnehmer vom Schließzylinder nicht direkt in den ZAS greift, sondern noch der eigentliche Sperrmechanismus dazwischen sitzt, wie es zumindest bei neueren Modellen der Fall ist, aber das wirst Du ja sehen, wenn der Schließzylinder raus ist, ob am Ende ein Stück abgebrochen ist. Dann brauchst Du statt des Lenkschlosses allerdings einen neuen Schließzylinder mit der Folge, dass dieser an den alten Schlüssel anpassbar sein muss, denn sonst gibt es mit einem neuen Schlüssel Probleme mit der WFS.

Schließzylinder für Zündanlassschalter ohne Schlüssel zur Wiederherstellung des Einschlüsselsystems. Bei Bestellung ist die Schlüssel und/oder Fahrgestell-Nummer anzugeben
(ET-Nr. 107 905 855 LA)


Svensson1989
  • Themenstarter
Svensson1989's

Hey Moandi,

leider ist es tatsächlich so, dass der Mitnehmen sich direkt am Schließzylinder befindet (oder habe ich das falsch verstanden? - siehe Foto).

Ich hab heute ein Lenkerschloss inkl. neuem Schloss und Lesespule für die WFS besorgen können. Sollte es so sein, dass ich meinen Schließzylinder nicht mehr verwenden kann: Ist es möglich den Schließzylinder der in dem neuen Lenkerschloss sitzt zu verwenden inkl. der Lesespule und dann meinen Chip aus dem alten Schlüssel in den neuen zu packen bzw. meinen alten direkt daneben hängen zu haben? Oder ist auch die Lesespule individuell an den Chip angepasst und muss exakt diese sein für das Steuergerät?

Außerdem hab ich mich gefragt, ob es möglich ist den Mitnehmen aus dem neuen Zylinder in den alten zu bauen? Wenn ich das richtig sehe, ist dieser nur durch einen kleinen Splint gesichert.

Vielen Dank für deinen super Support


IMG_8240.JPG
IMG_8240.JPG

Zitat:

Außerdem hab ich mich gefragt, ob es möglich ist den Mitnehmen aus dem neuen Zylinder in den alten zu bauen? Wenn ich das richtig sehe, ist dieser nur durch einen kleinen Spint gesichert.


Wenn dem so ist, wäre das natürlich die ideale Lösung. Ist das auf dem Foto jetzt dein Zylinder oder der aus dem heute besorgten Lenkschloss? Auf jeden Fall ist der ja kaputt und Du kannst ihn als Übungsobjekt für's Splint austreiben verwenden.


Svensson1989
  • Themenstarter
Svensson1989's

Das ist der alte Zylinder - hab mich auch bei dem Ausbohren an dem alten Lenkerschloss geübt

Ich werde das morgen mal ausprobieren und hoffen, dass mein rares Werkzeug ausreichend ist

Weisst du zufällig, ob auch die "neue" Lesespule mit dem alten Chip funktionieren würde?



IMG_8241.JPG
IMG_8241.JPG

Für den Splint (Messinghülse) würde ich mir einen genau passenden Durchschlag (Splinttreiber) besorgen. Wenn er zu dünn ist, sprengt er das Material auseinander, ist er zu dick, geht er nicht durch die Bohrung.

Es heißt zwar, dass die Lesespule für Wegfahrsicherung am Lenkschlossgehäuse befestigt ist und nicht einzeln gewechselt werden kann und Zündschlüssel und Lesespule für Wegfahrsicherung eine Komponente bilden, aber sie ist als Ersatzteil einzeln erhältlich.
Außerdem sieht es auf deinem Foto so aus, als wenn sie nur aufgesteckt wäre. Probieren würde ich es mal.


Hallo,

bei VW ( VAG ) gibt es 3 verschiedene Generationen von Wegfahrsicherungen. Die letzte Generation, W3, hat ein separates Steuergerät für die Wegfahrsicherung verbaut.
Bei den anderen Generationen ist das Steuergerät der Wegfahrsicherung im Kombi-Instrument integriert. Die Steuergeräte der Wegfahrsicherung sind grundsätzlich mit einem Fehlerspeicher ausgerüstet.

Die Wegfahrsicherungen bei der VAG-Gruppe bestehen aus 4 Hauptteilen:

1.) dem Steuergerät für die Wegfahrsicherung
2.) einem angepassten Motorsteuergerät bzw. oder beim Diesel das Direkteinspritz-Steuergerät
3.) einer Lesespule am Zündschloss
4.) und angepasste Zündschlüsseln mit Elektronik ( Transponder und Antwort / Lesespeicher )

wobei 3.) und 4.) vielfach in RLF etc. zusammengefasst.

Eine VAG - Wegfahrsicherung funktioniert in der Regel so:

In Kurzform.

1.) Die Wegfahrsicherung wird beim Entfernen des Zündschlüssel aktiviert.

2.) Wird der Zündschlüssel ins Zündschloss eingesteckt, wird durch die Lesespule elektrische Energie induktiv auf den Transponder im Schlüssel übertragen.

3.) Der Schlüsselcode wird gelesen und an das Steuergerät der Wegfahrsicherung weiter geleitet.

4.) Dort wird der Schlüsselcode mit dem im Steuergerät WFS abgespeichertem Wert verglichen.

5.) Ist dies geschehen, wird der Code des MSG geprüft.

6.) Wenn sämtliche Codes übereinstimmen, leuchtet nach dem Einschalten der Zündung in der Regel im KI eine Kontroll-Lampe der WFS auf. Der Motor kann nun gestartet werden.

Ist nach 1.) bis 6.) keine Übereinstimmung der Codes erzielt worden und der Motor startet nur für ca. 2 Sekunden und wird dann wieder abgeschaltet. Dies ist, wenn die Kraftstoff-Abschaltventil im WFS integriert ist. Ist aber die Zündung dort integriert, so unterbleiben jegliche Zündungen.

So ist eine VAG - Wegfahrsicherung aufgebaut:

Der Transponder im Schlüssel, die Lesespule im Zündschloss, das Steuergerät f. d. WFS und das Motor Steuergerät sind die Hauptbestandteile und bilden zusammen die sogenannte Wegfahrsicherung.

Vom Grundsatz her wird die sogenannte Betriebsnummer, also der Werkstatt-Code des VAG-Diagnosegerätes z.B. beim Anpassen von Schlüsseln etc. im Steuergerät der Wegfahrsicherung gespeichert. das muss so sein, ist eine Maßnahme gegen die Verwendung z.B. von falschen Schlüsseln.

Darüber hinaus ist jedem Steuergerät für Wegfahrsicherung aber auch noch eine eigene Geheimnummer zugeordnet. Diese Geheimnummer wird für die Durchführung von Anpassungen und Änderungen der z.B. Schlüssel benötigt.

Unter Angabe der 14-stelligen Identifikations-Nummer des VAG-Betriebes kann diese Geheimnummer beim zuständigen Vertriebszentrum erfragt werden.

Diese ID-Nummer wird mit der ID-Nummer im Steuergerät der Wegfahrsicherung verglichen und muss gleichlautend sein. Wenn nicht, so bleibt das Motorsteuergerät weiter gesperrt.

Meines Wissens gibt es die Lesespule nicht einzeln, kann sich aber durchaus geändert haben. Müsste, wenn es sie einzeln gibt, im ETKA verzeichnet sein.

Im Reparatur-Leit-Faden VAG - Elektrische Anlage - ist unter Punkt 9.2 - Lesespule für Wegfahrsicherung D2 aus- und einbauen - verzeichnet:

Die Lesespule für Wegfahrsicherung - D2 - ist am Lenkschlossgehäuse befestigt und kann nicht einzeln gewechselt werden

Sollten nach erfolgreicher Montage eine oder mehrere Fehlermeldungen vom Steuergerät der Wegfahrsicherung und des Motorsteuergerätes kommen, so sind das Steuergerät der Wegfahrsicherung und die Schlüssel neu anzupassen.

Bei der Montage der Lesespule ist der zukünftige Abstand vom Transponder im Schlüssel zur Lesespule am Lenkschlossgehäuse sehr wichtig. Ganz wichtig ist, dass sich der Abstand wobei die WFS einwandfrei funktioniert, nicht verändern kann.
Es wäre sehr schlecht wenn sich in einer einspurigen Baustellendurchfahrt auf einer BAB der Abstand verändert und die WFS greift und der Motor zum Stillstand kommt und nicht mehr anspringt.

Jürgen M.


Zitat:

Meines Wissens gibt es die Lesespule nicht einzeln, kann sich aber durchaus geändert haben. Müsste, wenn es sie einzeln gibt, im ETKA verzeichnet sein.

Ist sie ==> [Dieser Link ist nur für Mitglieder sichtbar]
Deswegen meine Bemerkung, es zu versuchen.


Svensson1989
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Svensson1989's

Vielen Dank für die super ausführliche Erklärung Jürgen

Ich habe es tatsächlich geschafft habe den kleinen Splint zu entfernen und den neuen Mitnehmer auf das alte Zündschloss montieren. Das hat für mich zum einen den Vorteil, dass ich nicht zwei Schlüssel mitrumtragen muss, und zum anderen hab ich so auch keinerlei Probleme mit der Wegfahrsperre

Jetzt nur noch alles wieder einbauen und dann sollte es hoffentlich geschafft sein!


Jetzt würde ich mir allerdings überlegen, bei der Gelegenheit auch gleich einen neuen Zündanlassschalter einzubauen. Der kostet nicht die Welt und so schnell kommt man da nicht wieder dran..... und irgendwann ist der garantiert fällig.


Svensson1989
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Svensson1989's

Na logisch
Den hab ich ja schon in neu hier liegen, da ich diesen ja ursprünglich in Verdacht hatte!


Svensson1989
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Svensson1989's

Es ist alles wieder zusammen und läuft

Vielen vielen Dank für die super Unterstützung!


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